Frau Elena Günther, geb. Glasunow, Tochter des Komponisten Alexander Glasunow, und ihr Ehemann, der Schriftsteller Herbert Günther haben in einem gemeinsamen Testament erklärt, dass ihr Vermögen nach dem Tode des Letztverstorbenen in eine Stiftung eingebracht werden soll.
Die Alexander K. Glasunow-Stiftung wurde am 15 Juni 2001 als öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München gemäß § 80 des Bürgerlichen Gesetzbuches und Art. 3, 5 und 6 des Bayerischen Stiftungsgesetzes von der Regierung OBB genehmigt.
Glasunow war der letzte Klassiker der russischen Musik. Sein geschichtlicher Platz ist zwischen der vorangegangenen, älteren Gruppe der "Fünf" und seinen Nachfolgern wie Strawinsky, seinen Schülern wie Schostakowitsch, denen er, nach ihren eigenen Bekundungen, den Weg wies. Für drei Generationen warer ein Vorbild. Tschaikowsky schrieb dem Fünfundzwanzigjährigen 1890: "Sie sind genial". Strawinsky gestand in seinen "Erinnerungen": "Jedes seiner neuen Werke wurde als ein musikalisches Ereignis ersten Ranges aufgenommen. Ich war fasziniert von der staunenswerten Meisterschaft des Könnens. Es war doch ganz natürlich, daß ich diese Symphonien zum Vorbild nahm". Schostakowitsch hat sich "mit großer Wärme und Dankbarkeit" an seine Lehrjahre bei Glasunow erinnert, und der russische Komponist Gnessin stellt fest: "Von Tausenden von Schülern gibt es kaum einen, der ihm nicht verpflichtet ist". Auch sein Einfluß auf Skriabin, Miaskowsky, Chatchaturian und Prokofieff ist groß.
Bechstein-Flügel von
A.K. Glasunow im Stiftungs-Haus, München, 1999