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Ich habe den einzigen Beruf, der mich glücklich machen kann, den abenteuerlichen und unbekannten Beruf des Schriftstellers..."
Herbert Günther im Selbstporträt "Zwei Skizzen in Schwarz und Rot", 1958

 
Herbert Günther (1906 -1978)
 
Herbert Günther (1906 -1978)
 
Herbert Günther ist am 26. März 1906 in Berlin geboren, wo er nach vielseitigem Universitätsstudium - Literatur-, Kunst- und Theaterwissenschaft, Geschichte und Philosophie - bis zum Kriege lebte.
Seiner Vaterstadt widmet Herbert Günther 1929 sein erstes Buch "Hier schreibt Berlin". 1933 verboten und verbrannt, hat dieses literarische Selbstporträt Berlins nach Bruno Franks Prophezeiung "als Geistes- und Zeitdokument dauernden Wert behalten". Ebenfalls ist die Schrift "Deutsche Volkserinnerungsstätten" verboten.
Im Zweiten Weltkrieg war er sechs Jahre Soldat. 1946 aus der Kriegsgefangenschaft in England zurückgekehrt, ging er zunächst nach München, das seit seinen Studienjahren an der Münchner Universität seine geistige Wahlheimat in Deutschland ist.
Von 1948 bis 1961 lebte er in Paris, verheiratet mit der Pianistin Elena Glasunow. In Paris nahm er nach einem Worte von Robert Friedländer-Prechtl sogleich aus innerer Berufung und Verantwortung, ohne Amt und Lohn "die Stellung einer Art von geistigem Botschafter" ein.
Jahrelang bestritt er dort auch in der für die deutschen Kriegsgefangenen und Freiarbeiter erscheinenden Presse weitgehend den kulturellen Teil.
In zahlreichen Vorträgen, Rundfunkkommentaren, Artikeln und sonstigen Veröffentlichungen setzt sich Herbert Günther bereits seit 1948 - in Frankreich und in Deutschland - unermüdlich für ein besseres Kennen und Verstehen der beiden Nachbarvölker ein.
Seit 1950 ist er auf Einladung der französischen Autoren als erster deutscher Schriftsteller Mitglied des französischen PEN, seit 1963 auch Mitglied des deutschen PEN-Zentrums der Bundesrepublik. Er ist Gründungsmitglied der Deutsch-Französischen Gesellschaft e. V. München (1965); und Präsident der Gesellschaft der Bibliophilen e. V. (1968 - 1974).
1961 ist Herbert Günther mit seiner Frau nach München übersiedelt, wo er bis zu seinem Tode (19. März 1978) lebte. Er ist Träger des Grossen Verdienstkreuzes der BRD und des Bayerischen Verdienstordens.
Andere Preise und Auszeichnungen: Max Dauthendey-Medeille; Tukan-Literaturpreis der Landeshauptstadt München; Offiecier de Lòrdre des Palmes Academique.
 
 
E.Günther-Glasunow und H. Günther, Kessel, 1976
 
E. Günther-Glasunow, H. Günther, Paris
 
E.Günther-Glasunow und H. Günther, Kessel, 1976
 
E. Günther-Glasunow, H. Günther
  Seine wichtigsten Werke: 
  •  Franken und die bayerische Ostmark, Reisebuch, 1936 
  •  Künstlerische Doppelbegabungen, 1938 (erw. 1960) 
  •  Glückliche Reise, Reisebuch, 1939 
  •  Magisches Schicksal, 1942 
  •  Der Funke, 1953 
  •  Drehbühne der Zeit, 1957 
  •  J. Ringelnatz, 1964 
  •  J.W. Goethe, 1967 
  •  Lebenskreise, Ausw. 1967 
  •  Fuge 1969 
  •  Akkorde der Palette, Ess. 1972, etc.
Herbert Günther hat musikwissenschaftlich in den maßgebenden deutschen und französischen Enzyklopädien über Alexander Glasunow publiziert und zu seinem 100. Geburtstag (1965) in einer Monographie das Leben und Werk des Vaters seiner Frau dargestellt.
 
Aus "Bibliophile Profile" Band VI/1, Paul Pattloch Verlag Aschaffenburg, 1964;
Robert Mühlher "Herbert Günther", 1977

 

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