Die Ikone des Hl. Nikolaus, des Wundertäters, wurde Ende des 19. Jahrhunderts von der Großfürstin Elisaweta Fedorowna (Märtyrerin Elisaweta) erworben und der Alexander Newski-Kirche auf den Ausgrabungen in Jerusalem geschenkt.
Schon damals war die Verehrung des hl. Nikolaus unter den Gläubigen besonders verbreitet, doch nach der Beisetzung im Kloster von Gethsemane der ermordeten Großfürstin, verstärkte sich unter den Mönchen, Nonnen und Gläubigen die Anbetung der Ikone, der "Kummer-, Schmerz- und Trauer- spendenden und auf Reisen beschützenden, des "hl. Nikolaus, des Trösters", so wurde sie von der ehrwürdige Märtyrerin Elisaweta seinerzeit genannt, behauptete General M.Chripunow, der Vorsitzende der Russisch- Orthodoxen Palästina Gesellschaft.
Anfang der 50-er Jahre herrschte im Heiligen Land, und ins besondere in Jerusalem (Jordanien bis 1967), gespannte und unruhige Atmosphäre. Es kursierten Gerüchte, wonach alle russischen Klöster und Gebetshäuser, die im Besitz der russisch-orthodoxen Kirche im Exil waren, dem Moskauer Patriarchat übergeben werden sollten. Etliche Beispiele gäbe es dafür bereits in Israel.
Nach einigen Quellen haben zwei Nonnen der Alexander Newski Kirche die Ikone des "Nikolaus, des Trösters" (zusammen mit anderen kirchlichen Gegenständen) dem Patriarchen von Jerusalem "geschenkt, um diese vom Verlust oder gar einer Schändung zu bewahren", anderen Quellen zu Folge "wurde diese zur Aufbewahrung übergeben". Im Laufe der Zeit verliert sich ihre Spur.
Die Ikone des Hl. Nikolaus mit der Ikone von Kursk, einer der ältesten Ikonen Russlands
Die Ikone des Hl. Nikolaus, des Wundertäters, in der Russisch-Orthodoxen Auferstehungskirche in München (Moskauer Patr.)
Im Mai 1963 bedankte sich der Patriarch von Jerusalem, Benedikt, bei der Nonne Alexandra (Glasunow) (er betonte immer wieder, dass sie unter seiner hohen Obhut stehe) für wiederholte, großzügige Spenden mit einem Geschenk, mit eben dieser Ikone "Nikolaus, des Trösters".
Am 17. Mai schreibt sie ihrer Tochter, Elena, dass sie "...ein großes Bild des Hl. Nikolaus, des Wundertäters, einer so einzigartigen Arbeit wie ich sie noch nie gesehen, gestern erhalten habe". Einen Monat später schreibt sie: "...ich freue mich, dass ich im Gedenken an meinen Sascha (Kosename für ihren Mann) und die Kinderchen ein Geschenk dem Kloster oder der Kirche werde machen können, doch jetzt ist dieser großer Diener Gottes in meiner kleinen Höhle".
Nonnen und Geistliche erzählen ihr, wie die Ikone nach Jerusalem gekommen ist, welche Wunder geschehen und welche Gnade erteilt wurde. Doch Disharmonie und Streitigkeiten innerhalb der Klöster und Kirchen führen dazu, sagt Schemanonne Alexandra beschließt, dass "Nikolaus, der Tröster" in ihrer Zelle bleibt. Bis zum letzten Tag ihres irdischen Lebens gewährte sie Mönchen, Nonnen, Geistlichen und Pilgern den Zugang zu der Ikone zum Gebet in ihrer "kleinen Höhle" .
General M. Chripunow hoffte auf eine Rückkehr der Ikone "Nikolaus, des Trösters" in die Alexander Newski Kirche. Zusammen mit seiner Frau besuchte er des öfteren die Schemanonne Alexandra in ihrer "Höhle".
Auch Alexandra besuchte ihrerseits beinahe jede Woche die Kirche auf den Ausgrabungen, wo im angrenzendem Gemeindehaus der Vorsitzende der Russish-Orthodoxen Gesellschaft in Palästina wohnte. Doch ein Jahr später schenkt Nonne Alexandra der Kirche statt der Nikolaus Ikone, wie sie ihrer Tochter schreibt: "...völlig zufällig konnte ich eine wunderbare große Ikone (1 m 20 x O,80cm) kaufen. Die Kreuzigung Jesu in der Mitte, Mutter Gottes und Johannes, der Evangelist an den Seiten, oberhalb der Kreuzigung - die Geburt Jesu und die Auferstehung. Diese Ikone, russische Arbeit, ist hervorragend. Am 23. Nov., dem Tag des Hl. Alexander Newski, habe ich im Gedenken an meinen teueren Sascha diese Ikone der Kirche geschenkt; sie wurde über dem Altar aufgestellt."
Die Anbetung des Hl. Nikolaus in der Russisch-Orthodoxen Kirche in Stuttgart (Auslandskirche)
Nach dem Tod der Schemanonne Alexandra am 22. Aug. 1968, brachte ihre Tochter die Ikone " Nikolaus, des Trösters" nach München.
Aus einem Brief der Schemanonne Alexandra vom 8. Okt./26. Sept./ 1963:
"...in dieser Zeit hatte ich viele bedrückende Erlebnisse, um sich jemanden anzuvertrauen, ist niemanden da, ich betete zu Gott, zum hl. Nikolaus, dem Wundertäter, und bat Johannes von Kronstadt, mir den Weg zu zeigen, wie man leben soll, machte sein Buch "Mein Leben in Christus" auf, las 10 Seiten und mir wurde so gut, klar und so wohl".