Primary links

  • Stiftung
    • Geschichte
    • Satzung
    • Stiftungszweck
    • Struktur
    • Vorstand
  • Komponist
    • Biographie
    • Werdegang
    • Urauffürungen
    • Zum Werk
    • Werkverzeichnis
    • Bearbeitungen
  • Aufführungen
  • News
  • Publikationen
    • Bibliographie
    • Einige CDs
    • Best of Glasunow
    • Best about Glasunow
  • Archiv
    • Verzeichnis
    • Russische Emigration
  • Unterstützungsprogramm
    • Auszeichnungen-Stipendien
  • Familie
    • Ehefrau
      • Die Ikone des Hl. Nikolaus
    • Tochter
      • "E.Glasunow und die Kritiker"
      • Nachruf
    • Schwiegersohn
      • Werke
  • Impressum
  • Kontakt
Öffnen Sie die Mediathek

"Elena Glasunow und die Kritiker"

Man wird zugeben müssen: eine schone Frau ist ein Vergnügen (kann es sein), wenn sie dazu hervorragend Klavier spielt, wird sie interessant (darf es sein), ist sie sogar klug, wird es für die Männer im allgemeinen bedenklich (sollte es sein) und wenn sie überdies die berühmte Tochter eines berühmten Vaters ist, wird es Zeit, dass speziell der Kritiker auf sich aufzupassen beginnt (muss es sein). Bei Elena Glasunow musste der Kritiker aufpassen.
In München traf er sie, als sie dort, von Paris kommend, auf dem Weg nach Triest und Italien einen kurzen Abstecher machte, um das Klavierkonzert ihres Vaters Alexander Glasunow (op. 92 f-moll) aufzuführen. Was geht uns das in Berlin an, wird man sich fragen, wo man doch in München alles Berlinische wenn auch nicht gleich auf den Mond, so doch zumindest ins Pfefferland wünschen möchte (was übrigens dumm ist, denn wer soll später einmal, wenn Deutschland nicht wegen, sondern trotz der Bayer wieder zusammengewachsen sein wird, das bayerische Exportbier trinken?).
 
 
 
Elena Glasunow im Gespräch mit Furtwängler, Potsdam
Frau Glasunow geht uns doch etwas an, und zwar deshalb, weil die Pianistin (was hoffentlich in München niemand in die falsche Kehle bekommt) den Wunsch geäußert hat, auch nach Berlin zu kommen, um hier zu konzertieren. Wir würden es begrüßen, wenn Frau Glasunow ihren Wunsch verwirklichen könnte, und zwar nicht nur um die Farbenskala der internationalen Musikprominenz in Berlin um eine weitere Schattierung zu bereichern, sondern um uns erneut zu beweisen, dass auch Frauen das Klavier wirklich zu meistern verstehen.
Elena Glasunow gehört zu jener Gruppe von Pianistinnen, die nicht nur ihren persönlichen Charme auf das Klavier übertragen (und somit ihren Nuancenreichtum in ihrer Weiblichkeit erschöpfen), bei dieser Pianistin wird die Weiblichkeit ihres Spiels gehärtet und veredelt durch das Element der Kraft. Die schwungvolle und durchblutete Gestaltung, die spannend und federnd ein so schwieriges Werk wie das Konzert in f-moll durchhält, zeigt ein Format auf, das nicht alltäglich ist.
Frau Glasunow beklagt sich, dass es so schwer ist, nach Berlin zu kommen. Wir wissen das nur zu gut, aber wir wissen, auch, dass dies kein Dauerzustand sein wird. Und wenn die Schranken gefallen sind, wird es uns ein Vergnügen sein. Wir werden interessiert zuhören, und die Kritiker werden auf sich selbst aufzupassen haben.
 
("Roland von Berlin", Heft 3, 15. Juni 1947)   Dr. J.W. Graven

 

  • Русский Русский