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Das Glasunow-Archiv in München

Das A. K. Glasunow-Archiv wurde kurz nach dem Tod des Komponisten (1936) in Paris von seiner Frau (Olga Nikolajewna) und seiner Tochter (Elena Alexandrowna) gegründet.  1961 kam das Archiv nach München, wohin Elena und ihr Mann, Herbert Günther, ein deutscher Schriftsteller, ihren Wohnsitz verlegt hatten.
Mit Ausnahme von Elenes Mann, der selbstverständlich Zugang zum Archiv hatte, blieb es für andere überwiegend verschlossen. Man kann daher behaupten, dass mindestens drei viertel des Brief- und ein beträchtlicher Teil des Musiknachlasses des Komponisten wissenschaftlich nicht ausgewertet und veröffentlicht wurden.
Es ist müßig den 60-Jahre-währenden traurigen Streit wiederzugeben, den die Erbinnen mit der sowjetischen Regierung über ihr Angebot führten, ein Archiv-Museum in der ursprünglichen Glasunow-Wohnung in Leningrad einzurichten.
Die Idee das Glasunow-Archiv nach Leningrad zu verlegen, fand Unterstützung seitens des Leningrader Konservatoriums. Wiederholt wandte sich dieses mit entsprechenden Bitten an die Regierung, doch alle Mühen waren vergeblich: Sie trafen auf taube Ohren.
 
 
A. Glasunow und Walter Damrosch in NBC Studio in New York 1930
 
A. Glasunow und Walter Damrosch in NBC Studio in New York, 1930
 

Im Dezember 2000, nach dem Tod von Elena Glasunow-Günther,  gelang es aber der Glasunow-Stiftung in München (der rechtskräftigen Erbin) eine mündliche Vereinbarung mit dem Staatlichen Museum für Theater und Musik in St. Petersburg zu erreichen und ein Protokoll bezüglich der Übergabe des Archivs zu unterzeichnen. Das Petersburger Museum verpflichtete sich, Räumlichkeiten im Scheremetjew Palais für eine ständige Glasunow-Ausstellung zur Verfügung zu stellen, mit der Auflage, dass, sollte in Zukunft die ursprüngliche Glasunow-Wohnung  verfügbar werden, das Archiv dorthin verlegt  werden  solle.

Am 29. Mai 2003 fand in den Sälen des Scheremetjew Palais eine feierliche Eröffnung der ständigen Ausstellung "Die Rückkehr des Erbes"  statt. An  der  offiziellen Übergabe des Nachlasses nahm eine  Delegation der Glasunow-Stiftung  aus München teil   mit ihrem Vorsitzenden Nikolaj Worontsow  an der Spritze.

 

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